Poker-Legenden Teil 13: "tuff_fish"
Jetzt mal ehrlich. Online-Poker kann richtig brutal sein. Wir alle kennen diese Phasen, in denen einfach nichts zu klappen scheint. Kartenpech kommt mit schlechtem Timing und mangelnder Geduld zusammen und innert Minuten ist verspielt, was man sich zuvor stunden- und tagelang mühsam aufgebaut hat.
Der Unterschied zwischen uns allen und Tony Sandstrom? Wir machen keine Videos davon.
Der Ingenieur aus San Diego hat es in der Online-Community als "tuff_fish" zu zweifelhaftem Ruhm geschafft. Er fertigte Trainingsvideos von seinen Cash-Game-Sessions auf PartyPoker an, die im Nu zu Youtube-Klassikern wurden. Allerdings nicht aufgrund Tony’s exzellentem Spiel oder wegen seinen tollen Ratschlägen. Im Gegenteil. Das Spiel von "tuff_fish" war ziemlich miserabel, dafür waren seine Wutausbrüche umso legendärer. "F*** me to goddamn tears!" schreit er, als er mit seinem Set gegen ein höheres Set verliert. Und Flush over Flush ist ihm ein gutturales "Aaaah, Cock!" wert.
Mindestens genauso witzig ist die offenkundige Theorieschwäche des Kaliforniers. Er spielt Bottom Two Pair an, ohne zu merken, dass sich das Board inzwischen gepaart hat, übersieht fast ein Straight Flush ("6...7...8...9...10...what am I thinking!?!") und hält einen Flop von 

für ungefährlich, da "ja schliesslich keine Draws möglich sind".
Was man "tuff_fish" zugute halten muss: Er kann über sich selbst lachen. In einem Interview mit dem englischen "Poker Player"-Magazin führt er seinen Legenden-Status auf die Tatsache zurück, dass er eine Entwicklungsphase porträtiere, die fast jeder Pokerspieler durchlaufen müsse. Er glaube aber nicht, dass er ein Spieler sei, der überdurchschnittlich viel Pech habe.
Nicht überdurchschnittlich viel Pech, vielleicht. Aber eine überdurchschnittlich blumige Sprache:
"Alright now we got a damn hand! Jesus!"
"He's got a pile of freaking trouble now!"
"That is a call-me-bet!"
Ebenfalls empfehlenswert: Daniel Powter vs. tuff_fish - "Bad Day"










