Nice Hand – Video Review mit den Profis (Ronny Kaiser 4/4)
Schweizer Meister Ronny Kaiser analysiert für PokerAction eine weitere Hand des Finaltisches der WSOP 2011.
Herzlich Willkommen zu einer weiteren Ausgabe von Nice Hand. Zum vierten und letzten Mal analysiert Ronny Kaiser für uns eine Hand und voll Stolz können wir sagen, sie wird vom „Schweizer Meister“ persönlich analysiert, denn Ronny konnte 2011 die Schweizer Meisterschaft im Texas Hold’em im Zuge der Swiss Poker Champions Week für sich entscheiden.
Für uns nimmt Ronny auch heute wieder eine Hand unter die Lupe, die sich am Finaltisch des Main Events der WSOP 2011 zugetragen hat. Wir befinden uns bereits im Heads-up zwischen Pius Heinz und Martin Staszko. Heinz hält im Moment bei 91,4 Millionen Chips, Staszko sitzt vor einem Stack von 114,5 Millionen. Staszko ist am Button.
Die Hand beginnt bei Minute 2:
Preflop
Ok, auf jeden Fall eine extrem spannende Hand. Stazko limpt sein A-8o rein, weil er sich nicht besonders wohl fühlt, falls er gedreibettet werden würde wenn er openraist. Ich würde A-8o eigentlich im Heads-up immer openraisen, weil die Hand im Heads-up sehr stark ist und sie dann meiner Meinung nach viel einfacher zu spielen ist. Aber ok, er limpt und Heinz macht ein normales 3BB-Raise mit 8-9s, um den Pot grösser zu machen und so viel Druck auf Stazko auszuüben wie möglich, da Heinz wohl deutlich der erfahrenere Heads-up Spieler ist.
Flop
Der Flop von 5-8-9 mit Flush Draw hittet Heinz natürlich perfekt und auch für Stazsko ist das eigentlich ein guter Flop Heads-up (in diesem Fall natürlich nicht ), also Bet und Call von Heinz.
Turn
Am Turn kommt die Dame mit Flush rein - für Heinz bisschen eine eklige Karte. Er ist jetzt Beat von allen Flushes. Q-9, Q-8s, J-T und Q-J, Q-T haben plötzlich sehr viele Outs gegen seine Hand, trotzdem hält er sehr oft noch die beste Hand und muss versuchen, seine Hand zu beschützen und von schlechteren Händen noch ein zweites Mal Value zu bekommen, was er mit seiner normalen Betgrösse am Turn auch versucht. Stazko callt, meiner Meinung nach, zeitlich viel zu schnell, weil er wohl nach aussen sehr stark wirken will. So wie ich Stasko allerdings einschätze, hätte er mit einem Flush eine ziemliche Show gemacht und versucht, schwach zu wirken und deutlich länger überlegt. Deshalb wäre meine Handrange für Stazko am Turn vielleicht ein paar Hände mit Flsuhdraw oder Straightdraw oder made Hands wie J-T, Q-9, Q-8s.
River
Am River kommt die Zehn, was für Heinz sicherlich eine der schlechtesten Karten überhaupt ist, wenn ihr an meine Handrange von vorher denkt. Er wird eigentlich fast von jeder Hand überholt, ausser von jenen Händen, wo Stazko am Flop ein Paar hat, mit K-Q oder A-Q als Beikarte. Der Check von Heinz ist also die logische Konsequenz, da es jetzt unmöglich ist, Value zu bekommen. Stazko bettet 14, 5 Millionen, was bisschen unter halbem Pot ist. Für mich sieht das ganz klar nach einer Valuebet aus, mit einer Strasse oder eben einem Flush (was ich aber eher nicht glaube). Also für mich ein sehr guter Bluff von Stazko. Heinz ist aber verrückt genug und changet seine zwei Paar in einen Bluff um, da er sich wohl wie ich auch sehr sicher ist, dass Stazko keinen Flush hat, sondern eine Strasse oder Q-T valuebettet. Dieser Move ist maximales Risiko, ist aber meiner Meinung ok gespielt und vertretbar. Ich hätte ihn wohl aber nicht gemacht, da ich wie gesagt Heinz für den deutlich besseren Heads-up-spieler halte und so wohl eher risikoarm gespielt hätte und versucht hätte ihn mit relativ kleinen pötten runterzuspielen.






