Daily News: Neue Poker-Vereine, neue Poker-Magazine und neue Poker-Weltmeister - und ein altes Lied beim Ladies Event
Wie Weihnachten und Ostern zusammen? Ach was! Viel besser! Die zeitgleiche Kombination von Fussball-WM und World Series of Poker lässt dieser Tage so manchen Zeitgenossen mit einem breiten Dauergrinsen durch den Tag gehen, und auf beide Grossereignisse kommen wir auch gleich zu sprechen.
Zuerst werfen wir aber einen kurzen Blick auf das unerfreuliche Thema des Monats Juni: Den Bundesgerichtsentscheid in Sachen Poker, der die blühende Schweizer Pokerszene mit einem Schlag in den kleinen Kreis zurückdrängte. Seit die Eidgenössische Spielbankenkommission (ESBK) Ende vergangener Woche schriftlich ihre Qualifikationen widerrufen hat, haben auch viele zwischenzeitlich Aufständische die Zeichen der Zeit erkannt und ihre Lokale dichtgemacht. Erneut konnte man in den Medien mitverfolgen, was dieses Urteil für die einzelnen Veranstalter bedeutet. Der Tages-Anzeiger etwa porträtierte am Freitag RaisePlace-Inhaber Felix Bollinger, der als einziger Festangestellter des Betriebs besonders hart betroffen ist. Obwohl sich Bollinger überlegt, ein Hotdog-Mobil zu importieren und damit ein neues Business zu starten, wollen er und seine Geschäftspartner den Traum von der Poker-Lounge noch nicht ganz aufgeben. Eine Option sei es, einen Verein zu gründen und im privaten Rahmen zu pokern. Dies sei gesetzlich erlaubt. Diesbezüglich bereits einen Schritt weiter sind Urs Buchschacher und Reto Schaufelberger, denen der Tagi am Samstag einen Artikel widmete. Die beiden luden gestern Sonntag in Joe’s Bowlingcenter in Wetzikon zur Gründerversammlung des Pokervereins Zürich Oberland, die Jahresmitgliedschaft soll 10 Franken kosten, im privaten Rahmen werde dann bis um 150 Franken Einsatz gezockt. Ein Quäntchen Hoffnung hegen sämtliche Exponenten der Schweizer Poker-Community auch noch hinsichtlich der heutigen Antwort des Bundesrats zum Thema Poker. Mehrere Politiker hatten vergangene Woche ein Statement verlangt, etwa zur Frage, warum es keine Übergangsfrist gebe. Wir halten Sie hier bei Chop! Chop! auf dem Laufenden.
Seit Freitag dröhnen in Südafrika bekanntlich die Vuvuzelas, und mit England, Frankreich, Argentinien und Deutschland standen übers Wochenende bereits die ersten Titelanwärter im Einsatz. Für mehr als 200 PokerAction-User bedeutete dies: Tippen, tippen, tippen! In unserem WM-Gewinnspiel gilt es, die Resultate sämtlicher Partien so akkurat wie möglich vorherzusagen, und Zlatko Fink tat dies bisher besser als alle anderen. Mit 24 Punkten steht er alleine an der Ranglistenspitze und hat damit beste Chancen, sich den Hauptpreis zu sichern: Der Sieger oder die Siegerin unseres Spiels fliegt nämlich Ende August für zwei Tage nach Graz und spielt dort gratis zwei Turniere der Casinos Austria Poker Tour (CAPT). Auch für Antonio Lombardi, Michael Hunziker, Domenico Buscetti und Raphael Baumann sieht es sehr gut aus, sie liegen Fink mit je 22 Punkten dicht auf den Fersen. Und nicht vergessen: Vor 19 Uhr muss der nächste Tipp im Kasten sein! Holland gegen Dänemark steht auf dem Programm, Ruhm und Ehre auf dem Spiel. Viel Glück!
Bevor wir zur World Series of Poker (WSOP) kommen, haben wir auch noch zwei gute Meldungen vom Zeitungsstand. Dort gibt es nämlich ab dieser Woche zwei brandneue Pokermagazin-Ausgaben zu kaufen. Zum einen die vierte Ausgabe des "donkmag", die unter anderem Handball-Ikone Stefan Kretzschmar in die Karten schaut, Shaun Deeb, Chris Moorman und Sami Kelopuro unter die Lupe nimmt und Ilari Sahamies von seiner Partynacht mit Paris Hilton erzählen lässt (das elektronische DigiZin gibt’s hier). Zum anderen die Sommer-Ausgabe von "Royal Flush", mit Interviews von David Benyamine und Liz Lieu, Turnierberichten aus Monte Carlo, Wien und Baden und der WSOPE 2009 auf DVD (für Abonnenten, hier kann man das Magazin online bestellen). Ausserdem gibt es Tickets für die CAPT Velden und die 3LT Warnemünde zu gewinnen. Wir finden: Kaufen! Allebeide.
Damit jetzt aber ab nach Las Vegas, schliesslich gibt es von der World Series of Poker (WSOP) gleich fünf neue Weltmeister – und eine neue Weltmeisterin – zu vermelden. Die da wären: Jason Dewitt (USA, Event 17, $5000 NLHE, 792 Teilnehmer, $818'959 Preisgeld), Eric Buchman (USA, 18, $2000 LHE, 476, $203'607), David Baker (USA, 19, $10'000 2-7 NL Draw Lowball, 101, $294'231), John "Tex" Barch (USA, 20, $1500 PLO, 885, $256'919), Richard Ashby (UK, 21, $1500 Seven Card Stud, 408, $140'467) und Vanessa Hellebuyck (F, 22, $1000 Ladies NLHE, 1054, $192'132). Eigentlich sollte die Tatsache, dass gleich zwei ehemalige Main-Event-Final-Table-Teilnehmer übers Wochenende ein Bracelet gewinnen konnten, zu reden geben (John Barch sass 2005 mit Joe Hachem am FT, Eric Buchman schaffte es im vergangenen Jahr unter die "November Nine"), aber es war das "Ladies Event", das für Diskussionsstoff sorgte. Und zwar – sie ahnen es – wegen den Männern, die daran teilnahmen.
In den vergangenen Monaten hat sich die Teilnahme an Frauen-Turnieren für verschiedene Herrengattungen zu einer Art Running Gag entwickelt, und neben den obligaten PR-Stunts sieht man auch Internet-Kiddies, die eine verlorene Prop Bet als Grund für ihre Teilnahme ins Feld führen und sogar selbsternannte "Sharks" die schlicht und einfach aufgrund des softeren Felds teilnehmen. Event 22 der WSOP hatte von allem etwas zu bieten, und die Rolle des kindischen Prop Bettors übernahm ausgerechnet der für seinen Rücktritt vom Rücktritt vom Rücktritt vom Rücktritt ohnehin in der Kritik stehende Shaun Deeb. Er trat in Perücke, Lippenstift und Trägershirt an, zog sich aber in der Pause um und sah sich später sogar gezwungen, via Youtube ein reuiges Entschuldigungsvideo zu veröffentlichen. Diverse Poker-Exponenten, darunter Daniel Negreanu, Joe Sebok und Nicole Gordon kritisierten Deeb heftig, WSOP-Sprecher Seth Palansky kündigte gar drastische Strafen an (die Diskussion um Shauna Deeb gibt's hier).
Schweizer Glanzleistungen konnten wir übers Wochenende leider keine ausmachen, obwohl mehr als ein Dutzend Helveten in Event 24 ($1000 NLHE) gestartet waren. Tobias Blättler, Andreas Koloska, Basile Blancpain, Samuel Gerber, Ronald Grauer, Michael Huber, Marcel Hurni, Michael Schurpf, Eric Rabl und Ernst Stoller waren an Tag 1A angetreten und hatten allesamt den Cut von 1931 auf 285 verpasst, Stefan Huber und Fabian "Phred" Frenademez waren erst am heutigen Tag 1B im Einsatz, vielleicht darf einer von ihnen zu Tag 2 wiederkommen. Wir halten Sie selbstverständlich auf dem Laufenden. Eine laufend aktualisierte und bebilderte Übersicht über sämtliche Bracelet-Gewinner und alle Schweizer Cashes finden Sie auch weiterhin in unserem WSOP-Zeitplan.
Und last but not least haben wir auch noch ein paar Online-Resultate für Sie, auch wenn die ganz grossen Sunday Majors im Moment noch am Laufen sind. So gratulieren wir "gaucho47" und "Bhasma", die sich beide ein $12’000-Package fürs WSOP Main Event sicherten, "AA POKORHAN AA", der ein $109-Freezeout auf Full Tilt als Zweiter von 702 Spielern beenden konnte ($11'800), "Brasileiro" für Platz 2 im "Turbo Hundo" auf Full Tilt ($3713), "EveryTwoCanDo" für Platz 3 im "$32K Super Turbo Knockout" auf Full Tilt ($3242) und schliesslich "dAArKKmAAn" zu seinem Sieg in einem $33-Freezeout auf PokerStars ($2879) und Stefan "Oban23" Oberholzer zu Platz 6 in einem $75-Freezeout auf Full Tilt ($2104).
An dieser Stelle noch eine kleine Anmerkung zu unserem Resultate-Service, da es in letzter Zeit immer häufiger zu Anfragen via E-Mail gekommen ist. Ja, die 18-köpfige Chop!Chop!-Redaktion filtert die Ergebnisse von Hand aus dem Netz, leider gibt es keine Website, die uns diese Arbeit abnimmt. Das führt natürlich dazu, dass wir ab und zu einmal ein Resultat übersehen, besonders dann, wenn es sich um ein Turnier mit tiefem Buy-In oder ein Freeroll handelt. Zudem haben wir beschlossen, nur Cashes ab 2000 Dollar zu publizieren, da sich unser Aufwand ansonsten ins Unanständige steigern würde. Wir danken fürs Verständnis und freuen uns auch in Zukunft über die Zusendung von Resultaten.
Chop! Chop! gibt es morgen Dienstag wieder!









