Freitag, 08. Januar 2010 - Chop! Chop!

Daily News: Daniel Walter gegen Phil Ivey, kranke Tattoo-Wetten und ein Profi, der aufhört

Von Lukas Hadorn

884 der ursprünglich 1529 Spieler starteten in der Nacht auf heute zum zweiten Tag des PokerStars Caribbean Adventure (PCA) Main Events, und knapp 300 sollten den Tag überleben. Besonders gut sieht es für den Briten Praz Bansi aus, er kratzt als einziger Spieler an der Millionengrenze (961k). Auch der Deutsche Nasr El Nasr (528k), der bekennende Roma-Fan Dario Minieri (389k) und Poker-Superstar Phil Ivey (227k) liegen gut im Rennen. Regelmässige Updates und die aktuellen Chipcounts gibt es wie gewohnt bei Pokerstarsblog.de.

Leider wissen wir noch nicht allzu viel darüber, wie es den sechs Schweizern ergangen ist, die in Tag 2 gestartet sind. Ausgeschieden sind Stefan Huber, Sam El Sayed und Ronny Kaiser, letzteren erwischte es im letzten Level, als er mit preflop gegen zwei Spieler all-in war, die jeweils hielten. Die Potgrösse soll bei über 500'000 gelegen haben, was Kaiser wohl in die Top 10 für Tag 3 katapultiert hätte. Von Claudio Rinaldi, Nam Phong und Daniel "raz0r" Walter haben wir leider nichts gehört, komplett ereignislos dürfte der Tag aber zumindest für unseren Blogger aus Wallisellen nicht abgelaufen sein, wurde Walter doch am Tisch von Phil Ivey platziert. Ob er den Full-Tilt-Pro so richtig gepwned hat oder ob er ihm seine letzten Chips abgeben musste, erfahren wir hoffentlich bald. Wir halten Sie auf dem Laufenden.

(EDIT 11:06 Laut PR-Mail von PokerStars hat es keiner der sechs Schweizer in den dritten Tag geschafft. Details dazu auch unten in den Kommentaren.)

Ziemlich weit oben im Klassement ist der Amerikaner Eric Froehlich anzutreffen (468k), der einigen noch aus dem Jahr 2005 bekannt sein dürfte, als er als jüngster Spieler aller Zeiten ein WSOP-Bracelet gewinnen konnte. Froehlich kann von Glück reden, noch im Turnier zu sein, hatte er doch an Tag 2 eine heikle Situation zu überstehen: Bei Blinds von 800/1600 hatte er mit auf 4000 geraist, Daniel Negreanu callte im Big Blind. Der Kanadier checkte den Flop von , checkraiste Froehlichs Continuation Bet aber von 5600 auf 20’600. Froehlich callte. Auf dem Turn kam der , und Negreanu setzte 40'000. Froehlich ging all-in für rund 130'000, was Daniel Negreanu dazu veranlasste, , und damit ein Set Zehnen zu folden. Die Denkprozesse dahinter erklärte ein sichtlich erleichterter Eric Froehlich im Interview mit Card Player TV.

Dem Sieger des PCA Main Event winkt übrigens ein Preisgeld von 2,2 Millionen Dollar, was überraschend deutlich viel weniger ist als die Siegprämie im letzten Jahr ($3 Mio), und dies bei einem grösseren Teilnehmerfeld. Grund hierfür ist die flachere Auszahlungsstruktur, von den 1529 Spielern kommen 224 ins Geld, was einem Payout-Verhältnis von fast 15 Prozent entspricht.

Bereits ausgeschieden ist PokerStars-Pro Boris Becker. War ja klar, denken Sie jetzt vielleicht, tun dem Bobele damit aber ein wenig unrecht. Wie Becker in einem Interview mit dem Sport-Informationsdienst erklärte, nimmt er seine neue Karriere durchaus ernst, auch wenn er sich selbst noch als Amateur sieht. Richtig gut, so Becker, werde man halt erst mit Erfahrung. Recht hat der Mann.

Auch aus der Prop-Bet-Ecke haben wir heute eine Mitteilung für Sie. Wie Pokerroad-Blogger Joe Sebok in seinem neuesten Tagebuch-Eintrag berichtet, hat er mit Gavin Smith und Jeff Madsen eine ziemlich kranke Wette fürs anstehende L.A. Poker Classic in Los Angeles abgeschlossen. Wer von den dreien als Erster aus dem Turnier ausscheidet, muss sich die Gesichter (!) der beiden anderen auf den Körper tätowieren lassen. Wer als Zweiter ausscheidet, muss zumindest noch ein Gesicht verewigen lassen. Sollte Joe Sebok als Erster aus dem Turnier ausscheiden, so hoffen wir zumindest auf den gesunden Menschenverstand des 32-Jährigen. Für die ugly mugs von Smith und Madsen gibt es eigentlich nur eine adäquate Körperstelle. Einen links, einen rechts. You get the picture.

Zum Abschluss noch eine ernsthafte Sache. Pokerspieler Romano Cavatorta hat uns einen Erfahrungsbericht zugesandt, den wir unseren Leserinnen und Lesern nicht vorenthalten möchten. Es geht darin um den von ihm gefassten Entscheid, seinen Lebensunterhalt nicht mehr mit Poker, sondern wieder mit einem "normalen" Job zu bestreiten, nicht zuletzt seiner Frau Marlene und seinem Sohn Emilio wegen. Romanos Bericht ist ein wichtiger Denkzettel. Er zeigt für einmal nicht die erfolgreiche, glamouröse Seite des Lebens als Pokerprofi, sondern führt uns die physische, psychische und finanzielle Belastung dieses Lifestyles vor Augen. Eine mutige Selbsteinschätzung von Romano selbst, und ein Must-Read für alle zukünftigen, gegenwärtigen und ehemaligen Pokerpros. Wir wünschen Romano mit seinen Zukunftsplänen viel Erfolg.

Allen unseren Leserinnen und Lesern wünschen wir ein schönes Wochenende. Chop! Chop! gibt es wieder am Montag.

P.S. Wer morgen Samstag bei PokerAction.ch vorbeischaut, wird nicht enttäuscht sein: In unserem Gewinnspiel gibt es ein 500-Euro-Buy-In für den Auftakt der CAPT Seefeld zu gewinnen. Nicht verpassen!

 
Haben wir etwas verpasst? Hast Du Kritik oder Anregungen, die Du nicht als Kommentar hinterlassen möchtest? Dann schreib uns eine E-Mail an info@pokeraction.ch. Besten Dank!
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Kommentare: 5 Beiträge
Nam Phong Ho (08.01.2010, 14:00)

@Lukas

Ich habe mich auf Pokerstars unabsichtlich qualifiziert. Habe als Uebung ein 10 USD rebuy quali Turnier gespielt. Ich trainiere mehr um mich wieder fuer die WSOP zu qualifizieren. Habe in diesem Turnier durch Wahnsinns Glueck 30 USD investiert und ein 700 USD Ticket fuers last qualifyer 50 packages guaranteed. Ich wollte eigentlich auscashen, aber das war nicht mehr erlaubt. So musst ich um Mitternacht dieses Turnier spielen und gegen 5 Uhr morgens hatt ich durch viele gute Situationen mich and die Spitze des Feldes gesetzt. Von da an wurde aus Spass ploetlich ernst und ich fodete praktisch 2 Stunden lang. Und habe wenige top Hanede gespielt. Am Schluss wurde ich 37ter und bekam ein Package zu den PCA. Unfaelle passieren eben :).

Nam Phong Ho (08.01.2010, 13:51)

Am Tag 1 war auch noch Playmate Jade Nicole (hatte viel Haut gezeigt) an unserem Tisch gekommen und um den Tisch war dann viele Railbirds, Presse und TV. Als die beiden busto gingen, und das gegen den gleichen Spieler war alles ruhiger geworden.

 

Ich spiele heute noch das 1100 USD NL Holdem und vielleicht morgen das 1600 USD NL Holdem event. Die Huber brother haben sich auch registriert. Ich habe wieder dazugelernt und moechte die Gelegenheit weiter zu Lernen. Nur wenn man gegen diese Spitzenspieler spielt, kommt man weiter. Ich bin eher der Online Spieler und habe nicht die grosse Erfahrung in Live games. Das Wetter scheint hier waermer zu werden und man kann heute sicher endlich baden gehen.

Hadorn Lukas (08.01.2010, 11:36)

Nothing you can do. Spielst Du jetzt noch andere Events oder wars das? Du hast Dich auf Stars fürs Main Event qualifiziert, oder?

 

Danke für die Infos zu Dani, Ostarr. Damn, Kathy Liebert? Die mag ich gar nicht. Jetzt hab ich auch einen Grund. ;-)

Marco Orlandi (08.01.2010, 09:12)

Daniel Walter ist ebenfalls busto, ist mit Queens an den Kings von Kathy Liebert gescheitert. pot wa ca. 90K pot

Nam Phong Ho (08.01.2010, 08:46)

Ich hatte einen guten Start in Tag 2 und konnte auf 56k verdoppeln. Der Tisch wat voller online qualifyers und nicht so hart. Im 3. Level des Tages machte ich 2 moves mit JJ und KJs, musste aber beidemals die Hand aufgeben (richtigerweise). Dann kam meine Todeshand. Hatte QQ im Big Blind (800-1600, ante 200) und noch 32k an chips. Chipleader raised wie immer von cut off, small blind reraised. Ich natuerlich all in. Chipleader reraised all in, small blind folded. Chipleader zeigte mir die Rockets. Ich mache ein set am River, aber dummerweise hatte er sein set of aces am Flop schon gemacht. Ich glaube ich habe alles richtig gemacht und konnte hier nicht mehr raus. Schied bei 550 verbeliebnden Spielern aus. Im nachhinein bin ich zufrieden, denn es war ein hartes Feld an live und internet pros. Vor allem hatte ich es am Tag 1 mit Joe Cada am Tisch einen ultra agressiven Spieler am Tisch. Wir konnten ihn aber langsam seine chips abnhement, so dass er kaum etwas machen konnte und als einer der ersten von Tisch gehen musste.

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