Faires und aggressives Multikulti „Value Poker“ am Ende des Ramadan

Der Mittwoch in Dübendorf ist eigentlich eine feste Institution geworden. Ein 100 Fr. + 25 Fr. Turnier der kleine Klassiker unter den neuen Pokerturnieren, hat viele neue Gesichter für den Pokersport generiert. Das Feld ist bunt gemischt im Restaurant Borsalino, wo sich früher Billardspieler trafen, sind jetzt die Pokerspieler versammelt. Das Feld ist bunt gemischt: Mehrheitlich Schweizer, ein auffälliger Anteil Asiaten und die Morgenländer aus dem Nahen Osten oder von Südeuropa.

 

 

Quinh Nguyen der Organisator und Veranstalter von Value Poker und der Gerant Momo Oduh, selbst alles Pokerspieler haben den Laden im Griff. Eigentlich erwartet man im kleinen Borsalino nicht sechs Pokertische, und auch nicht eine tolle Gastronomie. Ok das Ambiente ist etwas beizenhaft, aber was mir da der Koch für ein Riz Casimir für 18 Fr. auf den Teller zauberte, war schon Extraklasse. Der Service charmant und schnell; es lohnt sich also doppelt etwas früher anwesend zu sein.

 

 

Seit ich nach Dübendorf gehe, fängt das Turnier IMMER pünktlich an. Der kleine Quinh ist ein General: Jedes Mal liest er die Regeln runter, macht die Anwesenden auf Pokerregeln aufmerksam und verlangt Respekt, gegenüber Pokermitspielern und der Nachbarn wegen Lärm im Quartier. Viele regelmässige Spieler schmunzeln darüber, aber ich finde dies wichtig und es gibt ihm Recht, denn bei diesem gemischten Publikum hat es noch nie einen ernsten Vorfall gegeben! Respekt Quinh und weiter so mit dieser fairen Atmosphäre. Ab nächsten Freitag veranstaltet Value Poker übrigens den ersten Swissranking Anlass.

 

 

Zum Spiel. Die Mehrheit der Spieler sind Schweizer. Alt und Jung treffen auf einen Teil Asiaten (vornehmlich Pokerfreunde), Osteuropäer und Menschen aus dem Nahen Osten. Ich war gestern am Tisch F (wie „Follgas“) und der hatte es in sich. Schon ab der zweiten Hand waren zwei Allins da und der Vollgastisch machte seinem Ruf alle Ehre. Innerhalb der ersten drei Levels wurden neun Spieler vom Tisch genommen. Die Strukturen (25/50, 50/100, 75/150) mit 20 Minuten Blinds sind also durchaus flach und spielbar. Aber was da für Badbeats, mit einer unbeschreiblichen Spielaggressivität in jener Stunde produziert wurden, ist schlicht unbeschreiblich:

 

 

Asse, Könige, Damen alle starben sie.

 

Eine Hand will ich hier berichten:

 

Ich bin SB, habe keine spielbaren Karten. Aldo (ca. 8000 Chips) raist „under the gun“ auf vierfachen BB (1200), eine italienisch wirkende Dame geht Allin (4500), Jameel bezahlt (1500 Allin) und Chevad im BB bezahlt (Allin mit 1900) und Aldo  füllt auf (3800 Chips). Ein Riesenpot von ca. 12400 Chips. Aldo zeigt die Asse, die Italienerin die Damen, Jameel KJos und Chevad A10. Auf dem Flop kommen 10, 6, 5, Turn J, River 10. Chevad gewann den Pot mit Drilling 10. Und das ging fortwährend so. Jedes Ass wurde geraist egal dem Kicker und den M-Werten; was solls, denn am Schluss hatte der schlechtere Kicker immer getroffen…

 

 

Ich habe den Tisch schnell gelesen und mich zu einer sehr tighten Spielweise mit einigem Positionsspiel entschieden. Von meinen 4000 Chips waren es bald nur einmal noch 1200 und ich suchte nach einem Verdoppler oder besser Verdreifacher (was an diesem Tisch sehr realistisch war), und konnte diesen dann mit AJ diesen auch realisieren. Bin kurz danach mit 10 10 gegen KK geprallt (es war ein Asiate…) und es war: „Aus die Maus“.

 

 

Dies beschäftigte mich nicht so heftig, vielmehr beschäftigte mich die Frage, warum an diesem Tag (1. Oktober 2008) so aggressiv gespielt wurde. Das habe ich so noch nie erlebt! War es Vollmond (Fehlanzeige), war es der Zahltag (könnte sein), war es der Föhn (Wind aus der Ostschweiz; meine Mutter sagt heute noch, dass dieser die Leute verrückt macht…)? Dann kam ich drauf. Es ist Ende des Ramadan (http://de.wikipedia.org/wiki/Ramadan). Die Fastenzeit und die Verschärfung der Regeln (Lügen verboten etc) der Moslems sind vorbei. Also gibt man wieder Vollgas. Und genau so war’s. Die Aggressoren waren mehrheitlich Abendländer.

 

Genützt hat das aggessive Spiel niemanden. Francisco Velazquez (mit asiatischen Einschlag), hat das Turnier gewonnen. Vielleicht hatte er Glück nicht am (F)ollgastisch zu sitzen. Gratuliere!

 

 

Cheers Martin

 

 

 

 

Anzeige: 1 - 3 von 3. Kommentare zu «Faires und aggressives Multikulti „Value Poker“ am Ende des Ramadan»
 
Chris Engeler aus Dübendorf sagt:
Freitag, 03-10-08 14:36
Cooler Blog, den Nagel auf den Kopf getroffen. War zwar am Turnier nicht anwesend, aber noch ein Sit and Go gespielt und es war ... Ich mag die Turniere von Value Poker je länger je mehr, die Qualität der Spieler hat sich enorm verbessert und die Atmosphäre ist dank GENERAL QUINH wirklich super. Werde diesen Freitag das Turnier mit den 5000 Startstack so oder so spielen und freue mich natürlich in Zukunft auf die Swiss Ranking Punkte. Martin bitte bleib weiter am Ball, denn dieser Blog war erneut EXTRA KLASSE. Gruss Chris
 
Rino Mathis aus Uster / ZH sagt:
Samstag, 04-10-08 15:29
Bin gespannt, Dübendorf liegt ja sehr nah für mich. Werde gerne mal vorbei schauen.
 
Quynh Nguyen aus Effretikon sagt:
Sonntag, 26-10-08 23:04
sehr amüsanter blog ;o)
herzlichen danke für die beförderung zum general *heiligenschein blink*

ps: schliess doch beim check-in eine badbeat- versicherung ab *totlach*

danke und liebe grüsse
quynh aka value poker general
 
 

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... ja lieber Team O Partner ... mal was anderes p...

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well done!!!

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danke euch allen vielmals für die netten worte! e...

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eigentlich gönne ich dir deinen erfolg nur schon....

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